
Bangladesch
ist ein schönes Land das sich für den Normaleuropäer nicht
gerade schnell und unkompliziert erschließt.
Ich
besuchte Bangladesch in Herbst 1994 und hatte genügend Vorurteile im
Gepäck. Was ich fand war eine mich überwältigende Flut von
Bildern weniger von Überschwemmungen und am wenigsten noch resignierte
und vom Leben gelangweilte Menschen die nur darauf warten bis ihr Land untergeht.
In dem knappen
Monat reiste ich relativ wenig im Land umher sondern hielt mich die meiste
Zeit in Chittagong auf, einen Freund von mir arbeitete dort in einem Buyinghouse
und wir lebten dort sehr gut integriert, da Paul sich dort schon
mehrer Monate aufhielt.
Die beiden luden mich zu einer Bootsfahrt, mit Ruderer, auf den Karnaphuli River ein und wir fuhren mehrere Kilometer Flußaufwärts bis wir eine moderne Brücke erreichten, die Richtung Süden führte. Es war die Strecke des Asia Highways der an dieser Stelle den Fluß überquerte und der wie alle Straßen von Bangladesch vor Menschen brodelte.
Die Brücke war 1991 während eines Sturms von einem Schiffshebekran gerammt worden der durch den Zyklon 10 Kilometer weit ohne steuermöglichkeit Flußaufwärts getrieben wurde bis er eben an der besagten Brücke nicht mehr weiter konnte und sich und die Brücke zerstörte. Die alten verbogenen Reste der Brücke lagen noch am Ufer.
Daneben stand ein sturmsicheres Zementwerk das von Japanischen Investoren errichtet wurde und auch als ein Zukunfts-zeichen dieses Landes gelten kann.
Die Nachbarn und Kollegen waren immer offen und herzlich und wir waren gern gesehene Gäste, ich lernte gerade dadurch das Land um so mehr kennen und schätzten.
Der Tagesablauf
von mir alleine beschränkte sich fast nur auf die Stadt Chittagong.
Die ersten Wochen hatte ich meist unterstützung von Paul oder seinem
Koch.
Als ich mich dann eingewöhnt hatte war ich auch oft alleine in der Stadt
und der Gegend unterwegs oder ich schrieb Briefe.
So kam es auch
eines Tages, gerade als ich wieder Briefe an die Haupt Post Zentrale brachte
dort zu einem relativ seltenen zusammentreffen zwischen mir und zwei Bengalinen
die mir helfen wollten als ich vergeblich versuchte mit einem Taxifahrer einfach
nur den regulären Preis auszuhandeln, man tut das bevor man die Fahrt
antritt.
Der Taxifahrer wollte mir den doppelten Fahrtpreis berechnen und als ich von
ihm abließ kamen eben die beiden auf mich zu und fragen ob sie mir weiter
helfen könnten.
Da ich das Handel aufgegeben hatte war ich nicht in Eile und ich hatte nichts
Spezielles vor ,außer den Hafen zu besuchen, und ließ mich gerne
auf die Gesellschaft der neuen Bekanntschaft ein.

Brücke über den Karnaphuli Fluß
mit Schiff auf Sandbank, bei Ebbe.
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